
Wie können wir Wasser auf landwirtschaftlichen Flächen besser halten – und damit auf Dürre und Starkregen zugleich reagieren? Mit dieser Frage ist der erste Online-Schwammtisch am 28. Januar gestartet. Die Idee: einen Raum schaffen, in dem Praxis, Planung und Erfahrung zusammenkommen.
Im Mittelpunkt stand ein Praxisbeispiel aus unserem Projekt "Praxiswissen Wasserspeicher".
Für das Land Gut Hagen werden in Zusammenarbeit mit der Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker (IPS) Wasserspeicherlösungen entwickelt, um Regenwasser von Dachflächen aufzufangen und für die Bewässerung von Streuobstwiesen und Agroforstsystemen nutzen zu können.
Mithilfe einer Modellierung wurde analysiert, welche Speichergrößen sinnvoll sein können – unter Berücksichtigung erwarteter Regenmengen und des angenommenen Bewässerungsbedarfs. Grundlage dafür waren langjährige Regendaten sowie Annahmen zum Wasserbedarf der Bäume. Darüber hinaus hat Vincent Ried von der IPS Empfehlungen ausgesprochen, wie ein sicherer Überlauf aussehen sollte.
Gleichzeitig zeigte die Diskussion, wie viele Fragen in der Umsetzung noch offen sind. Wie viel Wasser brauchen Bäume wirklich? Wie lassen sich Speicher so dimensionieren, dass sie auch in trockenen Sommern ausreichen? Und wie geht man mit ganz praktischen Herausforderungen um – etwa mit Frost, Wasserqualität oder vollen Tanks bei Starkregen?

Neben der Ergebnisvorstellung aus unserem Praxisbeispiel war es vor allem der Austausch, der den Schwammtisch geprägt hat. Die Teilnehmenden brachten eigene Erfahrungen ein – von Teichen und Mulden über Pflanzenkläranlagen bis hin zu mobilen Bewässerungslösungen. Vieles davon ist experimentell, oft an den jeweiligen Betrieb angepasst und nicht ohne Weiteres übertragbar. Gerade darin liegt aber auch ein großes Potenzial: voneinander zu lernen und Lösungen gemeinsam und kreativ weiterzuentwickeln.
Deutlich wurde auch, dass die eigentliche Arbeit oft erst nach der Planung beginnt. Denn zwischen Konzept und Umsetzung stehen Fragen der Finanzierung, der technischen Ausführung und der betrieblichen Praktikabilität.

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